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So schön ist Kappel im Hochschwarzwald - Kappel im Hochschwarzwald

Kappel im Hochschwarzwald
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Was macht Lenzkirch-Kappel eigentlich so reizvoll?

Diese  Frage werden sich schon viele gestellt haben, und auch an mich wird sie  oft gerichtet. Ich will versuchen, sie zu beantworten, so weit mir das  möglich erscheint. Dazu vorab einige nüchterne Anmerkungen:

Bollenhüte, Kuckucksuhren, „die Mühle klappert am rauschenden Bach“  - und dazu bläst der Wind durch dunkle Tannenwälder. Ist das die ursprüngliche unberührte Natur? Diese sentimentalen Klischees machten den Schwarzwald immerhin zum bekanntesten deutschen Mittelgebirge und  vermitteln dennoch nur ein weit von der Wirklichkeit entferntes Bild.  Dem Bollenhut begegnet man nur noch auf Trachtenfesten, der Kuckucksuhr  in Heimatmuseen und Andenkenläden, und die klappernde Mühle steht  entweder im Freilichtmuseum oder wurde zum Wochenendhaus umgebaut.  Rauschende Bäche hingegen findet man reichlich, dunkle Tannen-wälder dagegen haben nur ein partielles Vorkommen. - Aber dennoch: Ein kleines  Stückchen und zeitweise kann man immerhin in dieser Romantik schwelgen  und sich seinen Träumen hingeben, sofern man es versteht, abzuschalten.

Es  gibt sicherlich noch kleinere und einsamere Orte in Deutschland. In  Kappel jedoch herrscht aufgrund seiner Südhanglage eine besondere  Harmonie, die - wie in der Fotografie auch - den berühmten „Goldenen  Schnitt" bildet und daraus eine Art anheimelnde Atmosphäre erzeugt. Es  gibt Personen, die über 50 Mal dort waren und fast hier schon einen „zweiten Wohnsitz“ haben.
Als  noch wesentlich einsamer freilich könnte man die Ortschaft Grünwald  betrachten, dessen einzige Gaststätte schon lange geschlossen ist. Dort  trifft man durchaus auch noch die Oma an, die mit dem Nachbarn draußen  auf der Bank vor dem Haus sitzt. Dort ist die Welt - im wahrsten Sinne  des Wortes - noch  „mit Brettern zugenagelt“.

Kappel  mit seinen rund 800 Einwohnern befindet sich in einer Höhe von rund 900 Metern auf einer weitläufig nach Süden ge-neigten Geländestufe. Man  sieht schon von der Dorfstraße herab auf endlos scheinende geschlossene  Nadelwälder, obwohl sich dahinter quasi die Gemarkung Lenzkirch und noch  weiter das Gebiet des Schluchsees anschließen. Hinzu kommt noch, dass  es in der Ortschaft, in der es bis auf kleine Handwerksbetriebe weder Industrie noch Tankstellen und Supermärkte gibt und es selbst mitten an Werktagen  weitgehend ruhig zu geht. Selbst von LKW 's wird Kappel wenig  durchfahren. Interessant ist, dass es in Kappel sogar ein Pflegeheim für  psychisch behinderte Mitmenschen gibt (Haus Dorothee), wovon man  allerdings kaum etwas merkt. Die malerisch am gesamten Berghang verteilt  liegenden Häuser und Gehöfte mit ihren satten grünen Wiesenmatten  bilden einen wirkungsvollen Kontrast, in dem einfach alles zu stimmen  scheint.

Architektonische  Fehlgriffe gibt es (von Ausnahmen abgesehen) in Kappel kaum und eigentlich auch  kein ungeschickt angelegtes Wege- und Straßennetz; wenn auch das eine oder andere durchaus einer Änderung oder Verbesserung bedürfen kann.  Natürlich: Ich betrachte nun Kappel keineswegs nur durch  die berühmte rosarote Brille; die einheimische Bevölkerung hat sicher  auch ihre Sorgen und Nöte. Auch in Kappel ist nicht alles Gold, was  glänzt, aber das wird wohl überall so sein. Egal was nun ist:
Schon  ein kurzer Spaziergang, z. B durch den Hermann-Eitel-Weg mit dem sich  anschließenden Querweg am Ehrenmal vorbei, bietet unvergessliche  Ausblicke in einer liebenswerten Umgebung, im Vordergrund manchmal  weidendes Vieh. Es ist einfach der optische Blick in die Weite nach  Süden, den man sonst nur in  wenigen Ort so finden mag. Zimmer mit  Ausblick nach Süden sind in Kappel jedenfalls hoch begehrt - und das ist  nicht übertrieben! Selbst bei trüber Witterung erblickt man oft noch  Höhenzüge am Horizont; an sonnigen Herbsttagen ziehen am frühen Morgen  Nebelschwaden durch die Täler und lassen die unendlichen Weiten nur  erahnen. Fast scheint hier die Zeit stehen geblieben zu sein; dabei geht  es nur wenige Kilometer weiter in Lenzkirch oder Neustadt schon  geschäftiger zu.

Und eine echte Dorfkneipe findet man in Kappel auch noch: Ursprünglich gemütlich, mit kleinen, preiswerten Gerichten und einem „Kappeler Stammtisch“, an dem man auch schon mal eingeladen wird. Die nämlich ist das Gasthaus „Blume“ , dessen Konzept und Struktur lobende Worte im Rahmen der Kür Kappels zu mit „einem der schönsten Orte des Schwarzwaldes“ fand. Die noch vorhandene übrige Gastronomie ist leider nicht mehr das, was sie früher war.

Selbst an trüben Regentagen ist die Luft immer noch angenehm mild, und in  wetterfester Kleidung (die man im Schwarzwald be-stimmt braucht), lohnt  selbst dann ein kleiner Ausflug.
Wer freilich den großen Rummel sucht, für den ist Kappel wohl kaum der  richtige Aufenthaltsort. Bei Dorffesten, Umzügen und dergl. geht es aber auch dort voll zur Sache. Und: Sowohl Lenzkirch als auch Neustadt  verfügen jeweils über Diskotheken und größere Gaststätten. Für den, der  es gerne landschaftlich abwechslungs-reich mag, ist Kappel freilich ideal.

Und  überhaupt: Lenzkirch mit seinen Gemeindeorten Kappel, Saig, Raitenbuch  und Grünwald hat eine günstige Ausgangslage für Trips in die weitläufige  Umgebung. Die Schweiz liegt quasi vor der Haustür; trainierte Radfahrer  fahren von hier innerhalb eines Tages in das 52 km entfernt liegende  Schaffhausen mit seinem berühmten Rheinfall und von dort wieder zurück.  Auch Bergtouren ins Allgäu oder Berner Oberland wären bei frühem  Aufbruch durchaus an nur einem Wochenende zu machen. Und ein Abstecher zum Bodensee - z. B. zur Messe nach Friedrichshafen - lässt sich  wirklich locker an nur einem Nachmittag schaffen. Dass man auch rasch  Freiburg - die Metropole des Breisgau - erreicht, braucht man wohl nicht zu erwähnen.
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